Jugendkriminalität: Land will Pflichtbetreuung

Von Kinderrechte Redaktion

Nach einem weiteren Treffen der von Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) einberufenen Expertenrunde zum Thema Jugendkriminalität haben sich die Fachleute unter anderem für eine verpflichtende Betreuung von Jugendlichen, die von der Schule suspendiert wurden, ausgesprochen. Mit dabei war auch unsere Kinder-und Jugendanwältin Mag. Denise Schiffrer Barac.

Alle Fotos Copyright: Land Steiermark/ Binder

 

Bisher müssen Eltern dem zustimmen: „Ich sehe nicht ein, warum das nicht verpflichtend sein soll“, sagte der Landeshauptmann am Dienstag nach dem Treffen der Expertinnen und Experten.

Gesetzeslage müsste geändert werden

Die professionelle Begleitung der Jugendlichen – wenn sie von der Schule suspendiert werden – soll zur Reflexion genutzt werden. Damit das allerdings auch so eingeführt werden kann, sei der Gesetzgeber, sprich der Bund, am Zug. Die Gesetzeslage müsse entsprechend geändert werden. Die Forderung sei einer der Wünsche, die die neue steirische Koordinationsstelle für den Bereich Jugendkriminalität auf ihre „Wunschliste“ an Justizministerin Alma Zadić setzen werde.

Änderungen beim Datenschutz gefordert

Hinzu komme auch der Wunsch nach Änderungen beim Datenschutz, denn bisher seien die Vorgaben so streng, dass unterschiedliche Präventionsstellen und Initiativen untereinander Daten nicht austauschen können. Wenn ein besserer Austausch der Daten möglich werde, könnten Jugendliche leichter noch vor dem Abdriften in die Kriminalität beraten werden. Auch in diesem Fall müsse die Bundesregierung entsprechende gesetzliche Änderungen vornehmen. Eine neue Arbeitsgruppe in der steirischen Koordinationsstelle soll nun weitere Vorschläge für Gesetzesänderungen ermitteln.

„Fallkonferenzen“ sollen kommen

Eine weitere Neuerung haben die Expertinnen und Experten ebenfalls bereits ins Rollen gebracht: Künftig sollen die Fälle von auffälligen Jugendlichen noch vor ihrem Kontakt mit dem Strafrecht in sogenannten Fallkonferenzen besprochen und Maßnahmen beraten werden. Damit soll verhindert werden, dass die Buben und Mädchen überhaupt erst straffällig werden.

Bessere Vernetzung und Informationsaustausch

Zusammengefasst wird seitens des Landes versucht, alle Institutionen, die es schon gibt, um Jugendkriminalität einzudämmen, noch besser zu vernetzen, einen noch besseren Austausch zu ermöglichen und deshalb wurde eine eigene Koordinationsstelle eingerichtet. Diese wird inhaltlich von der Kinder- und Jugendanwältin Denise Schiffrer-Barac und Markus Kraxner, er ist der Sprecher für alle Bezirkshauptmannschaften in Sachen Kinder- und Jugendhilfe, geleitet. Laut Schiffrer-Barac geht es jetzt darum, Präventionsangebote besser zu koordinieren, zu schauen, wo gibt es noch Lücken, wo fehlt in der Steiermark noch das Angebot und dazu braucht es eben aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, die teilweise noch fehlen.

Polizei setzt auf Prävention in Schulen

Die Polizei setzt weiterhin auf Prävention an Schulen und in Bildungseinrichtungen, da sind 250 Polizistinnen und Polizisten in der ganzen Steiermark unterwegs und es gibt auch eine eigene Einsatzgruppe gegen Jugendkriminalität, die man weiter forcieren möchte.

Beim von Drexler im April angeregten Strafrechtskonvent zeige sich indessen noch kein Weiterkommen: „Die Forderung bleibt aufrecht“, sagte der Landeshauptmann. „Wir harren einer Antwort von Justizministerin Zadić.“

 

Artikel vom ORF Steiermark:

https://steiermark.orf.at/stories/3262596/

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