Ein mögliches Social Media Verbot, nach dem Vorbild Australiens, sorgt für Diskussionen.
Die Rahmenbedingungen sind bisher nicht klar. Die steirische Jugendanwältin spricht sich gegen ein solches Verbot aus – sehr wohl aber für strengere Regelungen für die Anbieter.
Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hat am Montag einmal mehr klargemacht, dass auch in Österreich ein Social Media Verbot für Jugendliche kommen soll – mehr dazu Social-Media-Verbot für Kinder:
Babler kündigt Gesetz an (news.ORF.at). Noch ist aber beispielsweise nicht klar unter welchem Alter der Zugang verboten werden soll.
„Verbote können Anreiz sein“ Ein Verbot von Social Media könnte genau das Gegenteil bewirken – sagt die steirische Kinder- und Jugendanwältin Denise Schiffrer-Barac: „Weil Verbote gerade für Jugendliche auch eine gewisse Form von Anreiz sind.“ In Australien zeige sich schon, dass die Kinder und Jugendlichen sich einen Sport daraus machen, die Altersverifizierung erfolgreich zu überlisten: „Australien berichtet, dass Jugendliche sich dann falsche Bärte bei der Videoidentifikation aufgeklebt haben.“ „Anbieter strenger in die Pflicht nehmen“ Schiffrer-Barac spricht sich dafür aus, dass die Social-Media-Anbieter auch von EU-Seite zu strengeren Regelungen gezwungen werden, wenn es darum geht, was Jugendliche sich dort ansehen: „Die müssen wir in die Pflicht nehmen. Ein achtjähriges Kind darf keinen Zugang zu einem Porno bekommen. Das muss schon technisch unmöglich sein. Aus meiner Sicht ist hier die EU, die als großes Ganzes vielleicht noch eine gewisse Schlagkraft gegenüber den Konzernen hat, ganz wichtig.“ Auch hier wird es Altersüberprüfungen brauchen – Schiffrer-Barac bringt hier die ID-Austria als technische Lösung ins Spiel.
Auch positive Errungenschaften Insgesamt habe Social Media auch für Jugendliche positive Seiten und die sollten nicht verloren gehen. Die Kinder- und Jugendanwältin nennt ein Beispiel: „Wenn es im Bereich der Bildung Lehrer gibt, die Anleitungsvideos oder Erklärvideos drinnen haben, warum soll ich mein Kind meinen Jugendlichen von dem aussperren? Das sind die positiven Errungenschaften, die durch die Digitalisierung gekommen sind.“ Klar sei, dass Kleinkinder gar nichts auf Social Media verloren hätten – hier sei auch die Verantwortung der Eltern gefragt.